LinkedIn führt empfohlene Feeds ein

Jahrelang bestand der LinkedIn-Feed aus einer Mischung aus Beiträgen deiner Kontakte, Unternehmens-Updates, Creator-Inhalten und gesponserten Anzeigen. Ein neuer Test deutet nun darauf hin, dass LinkedIn die Ausspielung von Inhalten künftig deutlich stärker nach Interessen ausrichten möchte.
Aktuell testet die Plattform empfohlene Feeds, bei denen nicht mehr in erster Linie zählt, wen du kennst, sondern welche Themen dich interessieren. Sollte die Funktion weltweit eingeführt werden, könnte sich die organische Reichweite auf LinkedIn grundlegend verändern. Vor allem Unternehmen und Content-Teams, die regelmäßig fundierte Inhalte zu ihrem Fachgebiet veröffentlichen, könnten dadurch neue Möglichkeiten erhalten, ihre Zielgruppe zu erreichen.
So funktionieren die empfohlenen Feeds auf LinkedIn
LinkedIn testet derzeit empfohlene Feeds, über die Nutzer Inhalte zu bestimmten Branchen und Fachthemen entdecken können. Statt alle Empfehlungen im Hauptfeed anzuzeigen, bündelt die Plattform sie in eigenen Feeds zu einzelnen Themen.
Laut Julia Cabral Flavin, Senior Director of Product Marketing bei LinkedIn, soll die neue Funktion den Austausch zu Fachthemen fördern und LinkedIn als zentrale Anlaufstelle für Branchennews und berufliche Inhalte stärken.
Dafür analysiert LinkedIn, mit welchen Themen Nutzer regelmäßig interagieren, und stellt darauf basierend einen eigenen Feed zusammen. Dieser enthält besonders erfolgreiche Beiträge, aktuelle Branchennachrichten und Expertenmeinungen zu genau diesen Themen.
Der erste Test startete Ende Juni 2026 während des Cannes Lions Festivals für eine ausgewählte Nutzergruppe. Das erste Feedback ist positiv. Deshalb ist gut möglich, dass LinkedIn die Funktion in den kommenden Monaten schrittweise für Unternehmens- und Privatprofile einführt.
Das bedeuten die empfohlenen Feeds für Marketer
Dieser Wandel im Algorithmus verändert die Regeln für den organischen Reichweitenaufbau grundlegend. Wenn LinkedIn Inhalte künftig stärker nach Themen statt nach dem eigenen Netzwerk ausspielt, musst du auch deine Content-Strategie entsprechend anpassen. Deine Beiträge sollten klar erkennen lassen, welchem Themengebiet sie zuzuordnen sind, damit LinkedIn sie den passenden Zielgruppen empfehlen kann.
Eine klare Nische wird wichtiger denn je
Allgemeine Inhalte, die möglichst viele Menschen gleichzeitig ansprechen sollen, dürften künftig an Sichtbarkeit verlieren. Da LinkedIn Beiträge anhand klarer Themensignale den passenden Feeds zuordnet, solltest du dich auf konkrete Fachgebiete oder branchenspezifische Herausforderungen konzentrieren. Je konsequenter du über ein bestimmtes Thema veröffentlichst, desto besser versteht der Algorithmus, wem deine Inhalte angezeigt werden sollten.
Mehr Reichweite für kleinere Marken
Der größte Vorteil themenbasierter Feeds: Sie schaffen bessere Voraussetzungen für kleinere Unternehmen und Creator. Du brauchst keine riesige Community mehr, damit deine Inhalte die richtigen Menschen erreichen. Wenn dein Beitrag ein konkretes Problem einer Branche löst oder wertvolle Einblicke liefert, kann LinkedIn ihn direkt Nutzern empfehlen, die sich für dieses Thema interessieren – auch wenn sie dein Unternehmen noch gar nicht kennen.
Fachwissen schlägt Hype
Laut der LinkedIn-Studie 2026 von Metricool ist das Engagement auf LinkedIn um 14 % gestiegen. Mit den neuen thematischen Feeds könnte das Potenzial für organische Reichweite weiter wachsen.
Da diese Feeds Fachwissen und Branchentrends in den Mittelpunkt stellen, dürfte LinkedIn künftig vor allem Inhalte bevorzugen, die echten Mehrwert bieten – etwa fundierte Analysen, konkrete Praxistipps oder eigene Daten. Oberflächliche Meinungsbeiträge ohne klaren fachlichen Bezug könnten dagegen deutlich seltener ausgespielt werden.
So bereitest du dich auf die Einführung vor
Die Funktion befindet sich zwar noch in der Testphase. Trotzdem solltest du nicht bis zum weltweiten Rollout warten, um deine Content-Strategie anzupassen.
Schau dir deine Beiträge der letzten 90 Tage an und frage dich: Ist auf den ersten Blick erkennbar, für welche Themen du stehst? Oder decken deine Inhalte zu viele unterschiedliche Bereiche ab?
Konzentriere deine nächsten Beiträge auf zwei oder drei klar definierte Themen. So kann LinkedIn deine Inhalte leichter einordnen und den passenden Zielgruppen ausspielen. Wird die Funktion weltweit eingeführt, bist du bereits gut aufgestellt – denn die Plattform hat schon gelernt, für welche Themen deine Marke steht.