KI auf Social Media: Das zeigen die aktuellen Daten

Natalia May Natalia May 20 August 2026

Die Frage ist längst nicht mehr, ob Social-Media-Profis KI nutzen, sondern wie. Für unseren KI-Report haben wir mehr als 700 Social-Media-Profis befragt – darunter vor allem Unternehmer, Social-Media-Manager und Freelancer.

95 % nutzen KI bereits für ihre Arbeit, 74 % sogar täglich. Fast 6 von 10 arbeiten schon seit mehr als einem Jahr damit. Für viele geht es deshalb längst nicht mehr darum, KI kennenzulernen, sondern darum, sie besser zu einzusetzen.

Doch mit der Nutzung steigen auch die Ansprüche. Social-Media-Profis wollen heute nicht mehr wissen, was KI theoretisch kann, sondern ob sie Zeit spart, bessere Arbeit ermöglicht und welche Aufgaben sie tatsächlich übernehmen kann. Unsere Daten zeigen, wie die Realität aussieht.

KI-Nutzung bleibt hoch – die Zahl der Tools wächst

KI wird von Social-Media-Profis inzwischen fast flächendeckend genutzt: 95 % der Befragten setzen sie bei ihrer Arbeit ein. Besonders hoch ist die tägliche Nutzung in Agenturen – dort arbeiten 88 % jeden Tag mit KI.

Die meisten würden sich dabei allerdings noch nicht als Experten bezeichnen:

  • 46 % schätzen ihre KI-Kenntnisse als mittel ein.
  • 28 % sehen sich auf einem fortgeschrittenen Niveau.
  • Nur etwa jeder Zwölfte bezeichnet sich als Experte.
  • In Agenturen stufen sich lediglich 6 % als Anfänger ein.
  • Bei Inhouse-Teams sind dagegen 71 % auf mittlerem Niveau oder darunter.

Dabei beschränken sich die meisten längst nicht mehr auf ein einziges KI-Tool. Mehr als ein Drittel nutzt inzwischen über vier verschiedene Tools – im Vorjahr waren es gerade einmal 14 %. Am häufigsten kommt ChatGPT zum Einsatz, gefolgt von Canva, Gemini und Claude. Auch CapCut, Nano Banana und Adobe gehören zu den meistgenutzten Lösungen.

Welche Tools zum Einsatz kommen, entscheiden Social-Media-Profis häufig selbst. 77 % wählen ihre KI-Tools eigenständig aus, 37 % haben sogar aus eigener Initiative angefangen, KI für ihre Arbeit zu nutzen.

Klare Vorgaben fehlen dagegen häufig: Nur 16 % arbeiten mit einer schriftlich festgelegten KI-Richtlinie. Unter den Befragten, die in einem Unternehmen arbeiten, geben 62 % an, dass es überhaupt keine entsprechenden Regeln gibt.

KI übernimmt immer mehr Aufgaben im Social-Media-Marketing

Texte schreiben und Ideen finden sind nach wie vor die häufigsten Einsatzbereiche für KI im Social-Media-Marketing: 86 % bzw. 84 % der Befragten nutzen sie dafür. Deutlich verändert hat sich jedoch, welche Aufgaben Social-Media-Profis der KI inzwischen zutrauen. Im Vergleich zum Vorjahr wird sie wesentlich häufiger für strategische und analytische Aufgaben eingesetzt:

  • Strategieentwicklung: von 39 % auf 62 %
  • Trend- und Themenrecherche: von 36 % auf 61 %
  • Analyse von Kennzahlen: von 32 % auf 59 %
  • Automatisierung wiederkehrender Aufgaben: von 20 % auf 43 %

Auch darüber hinaus wird KI vielseitiger eingesetzt: 66 % nutzen sie, um Texte an unterschiedliche Tonalitäten und Kanäle anzupassen, 61 % für Grafikdesign oder Bildbearbeitung.

Während KI vor einem Jahr also vor allem beim Erstellen von Content zum Einsatz kam, übernimmt sie heute deutlich mehr Aufgaben – von der Recherche über die Strategie bis zur Datenanalyse. Insgesamt spielt KI inzwischen bei 94 % der erstellten Inhalte eine Rolle, sei es bei der Ideenfindung, beim Schreiben oder bei der Bildbearbeitung.

Dieser Anteil hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Neu ist also weniger, wie häufig KI eingesetzt wird, sondern wofür Social-Media-Profis sie inzwischen nutzen.

KI spart Social-Media-Profis mehrere Stunden pro Woche

Woran merken Social-Media-Profis, dass sich der Einsatz von KI für sie lohnt? Die Antwort ist eindeutig: an der gesparten Zeit.

  • 54 % nennen die Zeitersparnis als wichtigsten Vorteil.
  • Für 6 % steht die bessere Qualität der Inhalte im Vordergrund.
  • 4 % messen den Nutzen an der Performance ihrer Beiträge.
  • Nur 2 % sehen vor allem die geringeren Kosten als Vorteil.

Und die Zeitersparnis ist beachtlich: Rund 44 % sparen durch KI zwischen vier und zehn Stunden pro Woche, fast 12 % sogar mehr als zehn Stunden. Nur etwa jeder Zehnte gibt an, durch KI überhaupt keine Zeit zu sparen.

Wie wichtig diese zusätzlichen Stunden sind, zeigt auch unsere separate Studie zum Wohlbefinden von mehr als 1.000 Social-Media-Profis. Fast 9 von 10 fühlen sich zumindest manchmal von ihrer Arbeitsbelastung überfordert. 72 % setzen deshalb auf KI und Automatisierung, um ihren Arbeitsalltag zu erleichtern – häufiger als auf jede andere abgefragte Unterstützung, einschließlich spezieller Social-Media-Tools.

KI spart aber nicht nur Zeit, sondern erweitert auch die Möglichkeiten im Arbeitsalltag:

  • 77 % erstellen mehr Content in kürzerer Zeit.
  • 69 % müssen weniger wiederkehrende Aufgaben selbst erledigen.
  • 53 % können Aufgaben übernehmen, die vorher nicht möglich waren.
  • 47 % haben mehr Spielraum, neue Formate auszuprobieren.

Gerade für Freelancer und kleine Teams macht das einen Unterschied: Mit KI sparen sie nicht nur Zeit, sondern können auch Aufgaben übernehmen und neue Formate ausprobieren, für die vorher oft die Kapazität gefehlt hat.

KI spart mir Zeit und verbessert gleichzeitig die Qualität meiner Texte.
Vicky Brewin, University of Waikato

Wie sich KI auf die Qualität und Performance von Content auswirkt, wird allerdings nur selten gemessen. Ein Drittel der Befragten überprüft überhaupt nicht, welchen Einfluss KI auf die Performance ihrer Inhalte hat.

Damit zeigt sich eine klare Lücke: Während die Zeitersparnis im Arbeitsalltag sofort spürbar ist, wissen viele Social-Media-Profis noch gar nicht, ob KI ihre Inhalte tatsächlich erfolgreicher macht.

KI-Content wird kritischer bewertet

Je häufiger Social-Media-Profis mit KI arbeiten, desto kritischer beurteilen sie auch die Ergebnisse. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Einschätzung sogar verschlechtert:

  • KI schneidet schlechter ab: Der Anteil stieg von 5 % auf 14 %.
  • KI ist gleich gut oder besser als Menschen: Der Anteil sank von 59 % auf 53 %.

Entsprechend selten werden KI-generierte Inhalte ohne Änderungen übernommen:

  • Nur 17 % veröffentlichen KI-Content nahezu unverändert.
  • Die meisten überarbeiten Tonalität, Fakten und Markenstimme, schreiben größere Teile neu oder nutzen die Ergebnisse lediglich als Inspiration.

Ob man erkennt, dass ein Inhalt mit KI erstellt wurde, darüber sind sich die Befragten uneinig. Für 48 % hängt es davon ab, wie stark der Content anschließend überarbeitet wurde. 34 % finden, dass KI-Content meistens leicht zu erkennen ist, während etwa jeder Sechste glaubt, dass gut gemachte KI-Inhalte nicht als solche auffallen.

Bei der Kennzeichnung von KI-Content gibt es ebenfalls noch keine klare Linie:

  • Ein Drittel hält eine Kennzeichnung nicht für notwendig.
  • Nur jeder Zehnte kennzeichnet KI-Content immer.
  • 57 % wurden von Kunden oder Followern noch nie auf ihren KI-Einsatz angesprochen.
  • Wenn es Reaktionen gibt, sind sie häufiger positiv oder neutral (24 %) als skeptisch (9 %).

Eine einheitliche Linie gibt es bisher also nicht – weder bei der Überarbeitung noch bei der Kennzeichnung von KI-Content.

Bei kreativen Aufgaben stößt KI an ihre Grenzen

Trotz des zunehmenden KI-Einsatzes gibt es Bereiche, die Social-Media-Profis weiterhin lieber selbst übernehmen. An erster Stelle steht die Kreativität: 30 % halten hier menschliches Urteilsvermögen für besonders wichtig – vor Kundenbeziehungen (18 %) und Strategie (17 %).

Bei kreativen Aufgaben sehen die Befragten KI deshalb vor allem als Unterstützung:

  • 39 % nutzen KI, um neue Ideen zu entwickeln.
  • 24 % finden die Ergebnisse häufig zu allgemein oder austauschbar.
  • 23 % sagen, dass sie mit KI zwar mehr produzieren, die Qualität dadurch aber nicht steigt.

KI eignet sich damit vor allem als Ausgangspunkt für kreative Arbeit – den Feinschliff übernehmen die meisten weiterhin selbst.

KI ersetzt Creator nicht. Sie beschleunigt die Arbeit von Creatorn, die bereits wissen, was sie tun.

Gigi Robinson, Hosts of Influence

Social-Media-Profis geben immer mehr für KI aus

Bei den Ausgaben für KI-Tools hat sich innerhalb eines Jahres besonders viel verändert. Während viele Social-Media-Profis im Vorjahr noch ausschließlich kostenlose Tools nutzten, sind kostenpflichtige Angebote inzwischen für die meisten selbstverständlich:

  • Nur noch 26 % nutzen ausschließlich kostenlose KI-Tools – im Vorjahr waren es noch 52 %.
  • Der Anteil derjenigen, die mehr als 100 US-Dollar pro Monat ausgeben, ist von rund 2,5 % auf 13 % gestiegen.
  • Drei von vier Befragten bezahlen inzwischen für mindestens ein KI-Tool, am häufigsten zwischen 21 und 50 US-Dollar pro Monat.

Dabei zahlen viele selbst: 47 % finanzieren ihre KI-Tools aus eigener Tasche, während nur 36 % die Kosten vom Unternehmen übernommen bekommen.

Und die Ausgaben dürften weiter steigen. Je größer das Team, desto häufiger ist für dieses Jahr ein höheres KI-Budget geplant:

  • Solo-Selbstständige: 34 %
  • Teams mit 2 bis 5 Personen: 46 %
  • Teams ab 6 Personen: 58 %

Vor allem größere Teams planen, künftig noch mehr in KI-Tools zu investieren.

Fast 40 % der Befragten haben im vergangenen Jahr mindestens ein KI-Abo gekündigt. Überraschend ist dabei, dass der Preis nur selten der ausschlaggebende Grund war:

  • 31 % hatten ein besseres Tool gefunden.
  • 24 % nutzten das Tool nicht häufig genug.
  • 21 % bot es nicht genügend Mehrwert.
  • Nur 16 % war es zu teuer.

Viele verabschieden sich also nicht von kostenpflichtigen KI-Tools, sondern wechseln zu Alternativen, die besser zu ihrer Arbeit passen.

Gleichzeitig wirkt sich der zunehmende KI-Einsatz auf andere Ausgaben aus. 34 % der Social-Media-Profis haben seitdem ihr Budget für externe kreative Dienstleistungen reduziert. Besonders betroffen sind:

  • Stockfotos und Stockvideos: 93 %
  • Copywriter und Lektoren: 86 %
  • Designer und Illustratoren: 65 %
  • Übersetzungen und Videodienstleistungen: jeweils rund die Hälfte

KI verändert damit nicht nur, wie Social-Media-Profis arbeiten und wofür sie selbst Geld ausgeben, sondern auch, welche Aufgaben sie noch an externe Dienstleister vergeben.

Was Social-Media-Profis beim Einsatz von KI noch bremst

Ausgerechnet Zeit ist für viele die größte Hürde beim Einsatz von KI: 35 % geben an, dass ihnen die Zeit fehlt, sich intensiver damit auseinanderzusetzen.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Schwierigkeiten damit deutlich verschoben. Damals ging es noch häufiger um den Einstieg, die Wahl der richtigen Tools sowie rechtliche und ethische Fragen. Heute liegen die Probleme stärker im Arbeitsalltag – und bei den Ergebnissen, die KI liefert:

  • 30 % stören sich an wiederholenden oder wenig kreativen Ergebnissen.
  • 19 % empfinden die Tonalität als künstlich oder unpassend zur eigenen Marke.
  • Jeweils rund 10 % haben Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Genauigkeit.

Auch bei der Frage, was den Umgang mit KI erleichtern würde, wünschen sich die Befragten vor allem praktische Unterstützung:

  • Schulungen und Tutorials: 24 %
  • Integration in bereits genutzte Tools: 23 %
  • Empfehlungen passend zur eigenen Arbeit: 17 %

Gefragt sind also vor allem praktische Lösungen: verständliche Anleitungen und KI, die sich problemlos mit den bereits genutzten Tools verbinden lässt.

So sehen Social-Media-Profis die Zukunft von KI

Die Sorge, dass KI Social-Media-Jobs komplett ersetzen könnte, teilen nur wenige. Die meisten erwarten vielmehr, dass sich ihre Arbeit durch KI verändern wird – und dabei auch neue Möglichkeiten entstehen.

  • 36 % glauben, dass der Umgang mit KI zu einer wichtigen Kompetenz wird, mit der sich Social-Media-Profis abheben können.
  • 43 % erwarten, dass KI ihre Arbeit grundlegend verändern und gleichzeitig neue Möglichkeiten schaffen wird.
  • Nur rund 5 % gehen davon aus, dass KI ganze Jobs ersetzen wird.

Auch die Sorge, bei der rasanten Entwicklung nicht hinterherzukommen, hält sich in Grenzen. 56 % sehen es schlicht als Teil ihres Jobs, sich mit KI auseinanderzusetzen. Weitere 30 % lassen sich vom Hype nicht verrückt machen und gehen das Thema in ihrem eigenen Tempo an.

Fazit

Was bleibt also nach einem weiteren Jahr mit KI? Vor allem die Erkenntnis, dass mehr nicht automatisch besser bedeutet. Social-Media-Profis nutzen mehr Tools, geben mehr Geld dafür aus und vertrauen KI inzwischen deutlich anspruchsvollere Aufgaben an. Gleichzeitig prüfen und überarbeiten sie die Ergebnisse kritischer denn je. KI nimmt ihnen Arbeit ab – aber sie ersetzt nicht das Gespür, die Erfahrung und die Kreativität, die ein guter Social-Media-Manager mitbringt.

Mehr Zeit für kreative Arbeit

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