YouTube-Aufrufe 2026: So werden Views jetzt gezählt

Natalia May Natalia May 04 September 2026

Seit dem 24. August 2026 zählt YouTube einen Aufruf bereits nach einer Sekunde Wiedergabe – egal, ob es sich um ein langes Video, einen Short oder einen Livestream handelt. Damit gilt erstmals dieselbe Zählweise für alle Videoformate auf YouTube.

Diese Änderung kann deine Aufrufzahlen deutlich nach oben treiben. Mehr Aufrufe bedeuten allerdings nicht automatisch mehr Einnahmen. Wir schauen uns deshalb genauer an, was sich bei der Zählweise der YouTube-Aufrufe geändert hat, welche Kennzahlen für Creator jetzt wichtig sind und was das für deine YouTube-Strategie bedeutet.

Warum YouTube Aufrufe jetzt anders zählt

Bisher galten auf YouTube je nach Videoformat unterschiedliche Regeln. Bei langen Videos wurde ein Aufruf erst nach 30 Sekunden Wiedergabe gezählt. Bei Shorts reichte es dagegen bereits, wenn das Video auf dem Bildschirm erschien.

Für Creator machte das den Vergleich zwischen den Formaten schwierig. Ein Short und ein langes Video zum gleichen Thema konnten sehr unterschiedliche Aufrufzahlen erzielen, weil die Views nach unterschiedlichen Kriterien gezählt wurden.

Genau hier setzt YouTube mit der neuen Regelung an: Seit dem 24. August 2026 gilt für lange Videos, Shorts und Livestreams dieselbe Zählweise. Dadurch lassen sich die Aufrufzahlen der verschiedenen Formate leichter miteinander vergleichen.

Die neue Regel seit dem 24. August 2026

Konkret bedeutet das: Ein Aufruf zählt bereits ab der ersten Sekunde Wiedergabe. Eine Mindestdauer gibt es nicht mehr. Die neue Regel gilt für:

  • lange Videos, bei denen bisher die 30-Sekunden-Grenze galt;
  • Shorts, bei denen Aufrufe bereits nach diesem Prinzip gezählt wurden;
  • Livestreams und Wiederholungen.

Die neue Zählweise gilt weltweit und betrifft alle Creator und Marken auf YouTube.

YouTube passt die Zählweise an TikTok und Instagram an

YouTube nähert sich damit der Zählweise anderer Kurzvideo-Plattformen an. Auch bei TikTok und Instagram wird ein Aufruf bereits gezählt, sobald die Wiedergabe beginnt.

Für Marketingteams wird es dadurch einfacher, die Aufrufzahlen verschiedener Plattformen miteinander zu vergleichen. Unterschiede bei der Messung gibt es zwar weiterhin, die Zählweise von YouTube liegt nun aber näher an der von TikTok und Instagram.

Mehr Aufrufe bedeuten nicht automatisch mehr Einnahmen

Für Creator ist vor allem wichtig: Die neue Zählweise der YouTube-Aufrufe hat keinen Einfluss darauf, wie die Einnahmen berechnet werden.

Die bisherige View-Metrik verschwindet nämlich nicht, sondern heißt jetzt Engaged Views und ist weiterhin im erweiterten Modus von YouTube Analytics verfügbar. Für die Einnahmen aus dem YouTube-Partnerprogramm berücksichtigt YouTube weiterhin Engaged Shorts Views und Engaged Watch Hours.

Auch die Voraussetzungen für das YouTube-Partnerprogramm ändern sich nicht. Die dafür relevanten Kennzahlen heißen jetzt Qualified Shorts Views und Qualified Watch Hours.

Mehr öffentlich angezeigte Aufrufe bedeuten also nicht automatisch, dass ein Video auch mehr Einnahmen erzielt.

Darauf solltest du bei deinen YouTube-Aufrufen jetzt achten

Durch die neue Zählweise reicht die Zahl der Aufrufe allein noch weniger aus, um die Performance eines Videos zu beurteilen. Für deine Analysen und Reports solltest du deshalb auch andere Kennzahlen im Blick behalten.

1️⃣ Schaue auf die engagierten Aufrufe

Im erweiterten Modus von YouTube Analytics findest du weiterhin die engagierten Aufrufe. Sie entsprechen der bisherigen Zählweise und helfen dir deshalb besonders dabei, die Performance vor und nach der Umstellung miteinander zu vergleichen.

2️⃣ Behalte die Wiedergabezeit im Blick

Die Wiedergabezeit zeigt dir, wie lange deine Videos tatsächlich angesehen werden, und ergänzt damit die reine Zahl der Aufrufe um wichtigen Kontext. Ein Video kann nach der neuen Zählweise viele Aufrufe erzielen, obwohl Nutzer schon nach kurzer Zeit wieder abspringen.

Was genau die Wiedergabezeit ist, wo du sie findest und wie du sie erhöhen kannst, erklären wir dir ausführlich in unserem Guide zur YouTube-Wiedergabezeit.

3️⃣ Passe deine Reports und Benchmarks an

Wenn du deine Aufrufe über mehrere Monate vergleichst oder die Performance verschiedener Creator analysierst, solltest du den 24. August 2026 als Stichtag berücksichtigen. Ab diesem Datum basiert die Zahl der Aufrufe auf der neuen Zählweise.

Vermerke die Umstellung auch in deinen Reports, damit Veränderungen bei den Aufrufzahlen nicht fälschlicherweise als bessere oder schlechtere Performance interpretiert werden.

4️⃣ Behalte deine wichtigsten YouTube-Kennzahlen an einem Ort im Blick

Mit Metricool kannst du deine YouTube-Performance zentral analysieren und wichtige Kennzahlen wie Aufrufe, Wiedergabezeit und Zuschauerbindung verfolgen. So kannst du die Entwicklung deiner Videos im Blick behalten und Veränderungen besser einordnen, auch wenn YouTube die Berechnung einzelner Kennzahlen anpasst.

Fazit: YouTube-Aufrufe allein sagen nicht alles

Die Zählweise der YouTube-Aufrufe hat sich geändert. Wie lange Zuschauer tatsächlich dranbleiben, ist für die Bewertung deiner Videos aber weiterhin wichtig. Gerade weil ein Aufruf jetzt bereits ab der ersten Sekunde zählt, solltest du die öffentlich angezeigte Zahl immer zusammen mit anderen Kennzahlen betrachten.

Frage dich deshalb nicht nur: Wie viele Aufrufe hat mein Video? Schaue auch darauf, wie lange deine Zuschauer tatsächlich zusehen und wie sie mit deinem Content interagieren.

Noch mehr aktuelle Daten und Erkenntnisse zu YouTube findest du in unserer vollständigen Studie:

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