YouTube Ads schalten: Formate, Kosten und Anleitung für deine erste Kampagne

YouTube erreicht in Deutschland ein enormes Publikum: 71 % der Bevölkerung nutzen die Plattform. Damit gehört YouTube zu den reichweitenstärksten Videoplattformen des Landes und erreicht Nutzer auf den unterschiedlichsten Geräten – vom Smartphone bis zum Fernseher.
Für Marken bietet diese Reichweite viele Möglichkeiten, mit YouTube Ads neue Zielgruppen zu erreichen, trotzdem wird YouTube-Werbung häufig erst einmal aufgeschoben. Denn der Einstieg wirkt ziemlich kompliziert: Du brauchst ein passendes Video, musst dich im Kampagnen-Setup von Google Ads zurechtfinden und weißt vielleicht noch nicht, mit welchen Kosten du rechnen solltest.
In diesem Guide erfährst du alles, was du für den Einstieg in YouTube Ads brauchst: welche Anzeigenformate es gibt, für welche Kampagnenziele sie sich eignen und welche Kosten auf dich zukommen. Außerdem zeigen dir, wie Targeting und Abrechnung funktionieren und wie du deine erste Kampagne Schritt für Schritt über Google Ads oder direkt in YouTube Studio erstellst.
Was sind YouTube Ads?
YouTube Ads sind bezahlte Videoanzeigen und teilweise auch Bildanzeigen, die vor, während oder nach YouTube-Videos, im Shorts-Feed, in den Suchergebnissen oder auf der Startseite ausgespielt werden. Da YouTube zu Google gehört, schaltest du die Anzeigen über Google Ads – also über dieselbe Plattform wie Google-Suchanzeigen.
Dadurch stehen dir verschiedene Möglichkeiten für das Targeting zur Verfügung. Du kannst auf YouTube beispielsweise Menschen ansprechen, die zuvor bei Google nach bestimmten Begriffen gesucht, deine Website besucht oder deine Videos angesehen haben.
Die YouTube-Ads-Formate im Überblick
Google unterscheidet aktuell sechs Videoanzeigenformate, die sich unter anderem bei Länge, Platzierung und Abrechnung unterscheiden.
Unten hast du die Übersicht:
| Format | Länge | Überspringbar? | Wo erscheint es? | Abrechnung / gezählter Aufruf |
|---|---|---|---|---|
| Überspringbare In-Stream-Anzeigen | keine Maximallänge, unter 3 Min. empfohlen | ja, nach 5 Sekunden | vor, während oder nach YouTube-Videos, bei Google-Videopartnern | CPV oder CPM bzw. Conversion-Gebote |
| Nicht überspringbare In-Stream-Anzeigen | in der Regel bis 15 Sek., auf TV-Geräten bis 30 Sek. | nein | vor, während oder nach Videos | Ziel-CPM |
| Bumper-Anzeigen | bis 6 Sekunden | nein | vor, während oder nach Videos | Ziel-CPM |
| In-Feed-Videoanzeigen | keine Maximallänge | – Nutzer klickt aktiv | Suchergebnisse, Startseite, ähnliche Videos | bei Klick auf das Thumbnail oder ab 10 Sek. automatischer Wiedergabe |
| Shorts-Anzeigen | unter 60 Sek. empfohlen, vertikal | ja, per Wischen | zwischen Shorts im Shorts-Feed | CPV oder Ziel-CPM |
| Masthead | keine Maximallänge, über 10 Sek. empfohlen | nein | ganz oben auf der YouTube-Startseite | CPM bzw. Reservierung über Google-Vertrieb |
Überspringbare In-Stream-Anzeigen
Das Standardformat, das jeder kennt: Die Anzeige läuft vor einem Video oder mitten im Video und kann nach fünf Sekunden übersprungen werden. Bei der Abrechnung nach CPV zahlst du, wenn jemand mindestens 30 Sekunden deiner Anzeige ansieht oder – falls sie kürzer ist – bis zum Ende zuschaut. Auch eine Interaktion mit der Anzeige, zum Beispiel ein Klick auf deinen Link, wird berechnet.
Gut für: Reichweite, Produkterklärungen, Traffic und Conversions.
Nicht überspringbare In-Stream-Anzeigen
Diese Anzeigen müssen vollständig angesehen werden. In der Regel sind sie bis zu 15 Sekunden lang, auf Fernsehbildschirmen sind auch nicht überspringbare Anzeigen mit einer Länge von bis zu 30 Sekunden möglich. Abgerechnet wird nach Impressionen über den Ziel-CPM.
Gut für: Kampagnen, bei denen deine vollständige Botschaft ankommen soll, beispielsweise Produktlaunches, Events oder Markenkampagnen.
Bumper-Anzeigen
Bumper-Anzeigen sind maximal sechs Sekunden lang und können nicht übersprungen werden. Durch ihre kurze Dauer eignen sie sich für eine einzelne, klar verständliche Botschaft und können beispielsweise eine längere Kampagne ergänzen oder eine bereits bekannte Botschaft wieder aufgreifen.
Gut für: Reichweite, Wiederholung und kurze Botschaften.
In-Feed-Videoanzeigen
Diese Anzeigen werden an Stellen ausgespielt, an denen Nutzer auf YouTube nach neuen Inhalten suchen oder Videos entdecken – etwa in den Suchergebnissen, auf der Startseite oder neben ähnlichen Videos. Die Anzeige besteht aus einem Thumbnail und Text und führt mit einem Klick direkt zu deinem Video. Ein aussagekräftiges Thumbnail ist bei diesem Format deshalb genauso wichtig wie bei deinen organischen Videos.
Gut für: Tutorials, Produktvergleiche, längere Inhalte und Abonnentenaufbau.
YouTube-Shorts-Anzeigen
Shorts-Anzeigen sind vertikale Videoanzeigen, die zwischen organischen Shorts im Shorts-Feed erscheinen und sich wie diese einfach wegwischen lassen.
Welche Rolle der Shorts-Feed inzwischen auf YouTube spielt, zeigt unsere YouTube-Studie 2026: 61 % aller organischen Aufrufe der untersuchten Videos entstanden im Shorts-Feed. Gleichzeitig lag die durchschnittliche Wiedergabedauer bei Shorts bei nur rund 16 Sekunden.
Für deine Shorts-Anzeigen bedeutet das vor allem: Komm schnell zum Punkt, produziere sie im Hochformat und gestalte sie so, dass die Botschaft auch ohne weiteren Kontext verständlich ist.
Gut für: visuelle Produkte, App-Installationen und Content im Creator-Stil.
Wie Shorts als Format funktionieren, liest du in unserem umfassenden Leitfaden zu YouTube Shorts.
Masthead
Beim Masthead erscheint deine Anzeige ganz oben auf der YouTube-Startseite. Anders als die meisten YouTube Ads wird dieses Format nicht über eine klassische Auktion gebucht, sondern reserviert. Es richtet sich vor allem an große Marken mit entsprechendem Budget, beispielsweise für Produktlaunches oder größere Kampagnen.
So funktioniert die Abrechnung: CPV, CPM und Conversions
Bevor wir uns die Kosten für YouTube Ads genauer ansehen, ist wichtig zu verstehen, wofür du je nach Kampagne überhaupt bezahlst.
| Modell | Bedeutung | Du zahlst … | Typisch für |
|---|---|---|---|
| CPV (Cost per View) | Kosten pro Aufruf | wenn jemand eine bestimmte Zeit zusieht oder mit der Anzeige interagiert | überspringbare In-Stream-Anzeigen, In-Feed-Anzeigen, Shorts-Anzeigen |
| CPM / Ziel-CPM | Kosten pro 1.000 Impressionen | für die Ausspielung deiner Anzeige | Bumper-Anzeigen, nicht überspringbare Anzeigen, Reichweitenkampagnen |
| Ziel-CPA | angestrebte Kosten pro Conversion | Google optimiert die Gebote auf Conversions zu deinem festgelegten Ziel-CPA | Demand Gen, Kampagnen mit Verkaufs- oder Lead-Ziel |
| Conversions maximieren | möglichst viele Conversions mit deinem Budget | Google passt die Gebote automatisch an, um möglichst viele Conversions zu erzielen | Demand Gen, Kampagnen mit Verkaufs- oder Lead-Ziel |
Wann zählt ein Aufruf bei YouTube Ads?
Das hängt vom Anzeigenformat ab:
- Überspringbare In-Stream-Anzeigen: wenn jemand 30 Sekunden zusieht, bei kürzeren Anzeigen bis zum Ende, oder auf ein interaktives Element klickt
- In-Feed-Anzeigen: bei einem Klick auf das Thumbnail oder nach mindestens 10 Sekunden automatischer Wiedergabe
- Shorts-Anzeigen: nach 10 Sekunden oder bei einem Klick auf den Call-to-Action
- Bumper und nicht überspringbare Anzeigen: Hier gibt es keine abrechenbaren Aufrufe in diesem Sinne, da nach Impressionen abgerechnet wird.
Ein Klick nach einem bereits gezählten Aufruf wird nicht noch einmal berechnet.
Was kostet Werbung auf YouTube?
Wie viel du für YouTube Ads ausgibst, bestimmst du über dein Tagesbudget oder ein Gesamtbudget für die Laufzeit deiner Kampagne. Wie viel ein einzelner Aufruf, eine Impression oder eine Conversion kostet, lässt sich dagegen nicht pauschal sagen.
Bei YouTube Ads werden Anzeigen über eine Auktion ausgespielt. Wie hoch deine tatsächlichen Kosten ausfallen, hängt unter anderem von diesen Faktoren ab:
- Wettbewerb: Je mehr Werbetreibende um dieselbe Zielgruppe und dieselben Anzeigenplätze konkurrieren, desto stärker kann sich das auf die Kosten auswirken.
- Targeting: Auch die Auswahl und Größe deiner Zielgruppe beeinflussen, welches Anzeigeninventar für deine Kampagne zur Verfügung steht.
- Anzeigenformat und Gebotsstrategie: Je nachdem, ob du beispielsweise auf Aufrufe, Reichweite oder Conversions optimierst, werden deine Anzeigen unterschiedlich abgerechnet.
- Creative: Wie Nutzer auf deine Anzeige reagieren, beeinflusst die Performance deiner Kampagne.
- Zeitpunkt: Auch die Nachfrage nach Werbeplätzen kann sich im Laufe des Jahres verändern.
Google veröffentlicht keine allgemeingültigen Durchschnittspreise für YouTube Ads. Statt dich an einem festen CPV zu orientieren, solltest du deshalb mit deinem eigenen Budget kalkulieren und die tatsächlichen Kosten deiner Kampagne anschließend in Google Ads auswerten.
Beispiel: Was bekommst du für 500 € Werbebudget?
Angenommen, du planst für zwei Wochen ein Testbudget von 500 €. Bei einem CPV von 0,05 € könntest du damit rund 10.000 bezahlte Aufrufe erzielen. Liegt dein CPV bei 0,10 €, wären es rund 5.000 Aufrufe.
Wenn anschließend 1 % dieser Zuschauer auf deine Website klickt, entspräche das je nach CPV etwa 50 bis 100 Website-Besuchen.
⚠️Wichtig: Die Werte dienen nur als Rechenbeispiel. Welchen CPV und welche Klickrate deine Kampagne tatsächlich erreicht, hängt von deinem Anzeigenformat, deiner Zielgruppe, deinem Creative und weiteren Faktoren ab.
Für Demand-Gen-Kampagnen mit Ziel-CPA empfiehlt Google, das Tagesbudget auf mindestens das Zehnfache des angestrebten CPA festzulegen. Möchtest du beispielsweise einen Ziel-CPA von 20 € erreichen, entspräche das einem Tagesbudget von mindestens 200 €.
Die Kampagnentypen: Welches Ziel wählst du?
Wenn du YouTube Ads über Google Ads schaltest, wählst du zunächst dein Kampagnenziel. Davon hängt ab, welche Kampagnentypen, Anzeigenformate und Gebotsstrategien dir zur Verfügung stehen.
| Ziel | Kampagnenuntertyp | Gebotsstrategie | Formate |
|---|---|---|---|
| Marke bekannt machen | Videoreichweite | Ziel-CPM | Bumper, überspringbare und nicht überspringbare In-Stream-Anzeigen, Shorts |
| Videos ansehen lassen | Videoaufrufe | maximaler CPV | überspringbare In-Stream-Anzeigen, In-Feed, Shorts |
| Mehrere Anzeigen nacheinander zeigen | Anzeigenabfolge | Ziel-CPM, maximaler CPV | Kombination mehrerer Formate in einer festgelegten Reihenfolge |
| Abonnenten und Interaktionen gewinnen | YouTube-Abos und -Interaktionen | Ziel-CPA, Conversions maximieren | In-Stream, In-Feed, Shorts |
| Verkäufe, Leads oder Website-Traffic erzielen | Demand Gen | Klicks maximieren, Conversions maximieren, Ziel-CPA, wertbezogene Gebote | Video- und Bildanzeigen, Karussells |
Was ist mit Video-Aktionskampagnen passiert?
Wenn du ältere Anleitungen zu YouTube Ads liest, stößt du möglicherweise noch auf Video-Aktionskampagnen. Diese gibt es inzwischen nicht mehr: Seit April 2025 lassen sich keine neuen Video-Aktionskampagnen mehr erstellen, im April 2026 hat Google die noch bestehenden Kampagnen automatisch auf Demand Gen umgestellt.
Demand-Gen-Kampagnen können Anzeigen nicht nur auf YouTube, einschließlich Shorts und In-Stream, sondern auch in Google Discover, Gmail, im Displaynetzwerk und in Google Maps ausspielen. Dabei lassen sich Video- und Bild-Assets innerhalb einer Kampagne kombinieren.
Wenn du mit deiner Kampagne Verkäufe, Leads oder Website-Traffic erzielen möchtest, kommt dafür Demand Gen infrage. Geht es dir dagegen vor allem um Reichweite oder Videoaufrufe auf YouTube, stehen dir die entsprechenden Videokampagnen zur Verfügung.
YouTube Ads Targeting: So erreichst du die richtigen Menschen
Bei YouTube Ads kannst du deine Ausrichtung grundsätzlich danach festlegen, wer deine Anzeige sehen soll und bei welchen Inhalten sie erscheinen soll.
Zielgruppen
| Option | Was dahintersteckt | Beispiel |
|---|---|---|
| Demografische Merkmale | Alter, Geschlecht, Elternstatus, Haushaltseinkommen | 25–44 Jahre |
| Detaillierte demografische Merkmale | bestimmte Lebenssituationen | Studenten, Hausbesitzer, frischgebackene Eltern |
| Gemeinsame Interessen | längerfristige Interessen und Gewohnheiten | Fitness-Begeisterte, Kochfans |
| Kaufbereite Zielgruppen | Menschen, die sich aktuell mit bestimmten Produkten oder Dienstleistungen beschäftigen | Interesse an Laufschuhen oder Buchhaltungssoftware |
| Lebensereignisse | wichtige Veränderungen im Leben | Umzug, Studienabschluss, Hochzeit |
| Benutzerdefinierte Segmente | Segmente auf Basis von Google-Suchbegriffen, URLs oder Apps | Personen mit Interesse an Themen rund um Social-Media-Tools für Agenturen |
| Eigene Daten | Website-Besucher, Kundenlisten und YouTube-Zuschauer | Personen erneut ansprechen, die dein Produktvideo gesehen haben |
Bei benutzerdefinierten Segmenten kannst du unter anderem Suchbegriffe angeben, nach denen deine potenzielle Zielgruppe bei Google sucht. Mit Segmenten aus YouTube-Interaktionen kannst du wiederum Personen ansprechen, die beispielsweise deine Videos angesehen oder deinen Kanal abonniert haben. Dafür muss dein YouTube-Kanal mit deinem Google-Ads-Konto verknüpft sein.
Inhalte
Du kannst auch bestimmen, bei welchen Inhalten deine Anzeigen erscheinen sollen:
- Placements: bestimmte YouTube-Kanäle, Videos, Websites oder Apps
- Themen: inhaltliche Kategorien wie Automobil oder Reisen
- Keywords: Wörter und Wortgruppen, die zu den jeweiligen Inhalten passen
Zusätzlich kannst du deine Kampagne unter anderem nach Standort, Sprache und Gerät ausrichten. Über die Häufigkeitsbegrenzung kannst du außerdem steuern, wie oft dieselbe Person deine Anzeige sieht.
📍TIPP: Eine möglichst eng definierte Zielgruppe ist nicht automatisch die beste Wahl. Mit jeder zusätzlichen Einschränkung wird auch die Zahl der Personen kleiner, die du mit deiner Kampagne erreichen kannst. Statt zahlreiche Kriterien miteinander zu kombinieren, kannst du unterschiedliche Zielgruppen in separaten Anzeigengruppen testen und ihre Ergebnisse anschließend vergleichen.
Markensicherheit: Wo deine Anzeige nicht erscheinen soll
In den Kampagneneinstellungen kannst du festlegen, in welchem Umfeld deine YouTube Ads erscheinen dürfen. Dafür stehen dir drei Inventartypen zur Verfügung:
- Erweitertes Inventar: bietet die größte Reichweite und umfasst alle geeigneten Inhalte.
- Standardinventar: schließt bestimmte sensible Inhalte aus und eignet sich laut Google für die meisten Marken.
- Begrenztes Inventar: schließt weitere sensible Inhalte aus, wodurch weniger Anzeigenplätze zur Verfügung stehen.
Zusätzlich kannst du bestimmte Inhalte und Platzierungen ausschließen, beispielsweise Livestreams oder eingebettete Videos auf externen Websites.
YouTube Ads schalten: Schritt-für-Schritt-Anleitung in Google Ads
Bevor du deine erste YouTube-Werbung schaltest, brauchst du:
- ein Google-Ads-Konto mit hinterlegter Zahlungsmethode
- einen YouTube-Kanal; für Remarketing und zusätzliche Auswertungsmöglichkeiten solltest du ihn mit deinem Google-Ads-Konto verknüpfen
- dein Werbevideo auf YouTube, entweder öffentlich oder nicht gelistet – Letzteres bietet sich an, wenn das Video nicht öffentlich auf deinem Kanal erscheinen soll
- bei Conversion-Zielen ein eingerichtetes Conversion-Tracking auf deiner Website, beispielsweise über das Google-Tag oder einen Import aus Google Analytics
Schritt 1: Kampagne anlegen und Ziel wählen
Klicke in Google Ads auf Kampagnen → + Neue Kampagne und wähle dein Zielvorhaben, beispielsweise Umsatz, Leads, Website-Traffic oder YouTube-Reichweite, -Aufrufe und -Interaktionen. Anschließend wählst du den Kampagnentyp – Video oder Demand Gen – und den passenden Untertyp.
Schritt 2: Budget und Gebotsstrategie festlegen
Lege ein Tages- oder Gesamtbudget sowie Start- und Enddatum deiner Kampagne fest. Wähle anschließend die passende Gebotsstrategie, zum Beispiel maximaler CPV für Aufrufkampagnen oder Ziel-CPM für Reichweitenkampagnen.
Schritt 3: Netzwerke, Standort und Sprache einstellen
Lege fest, wo deine Anzeigen ausgespielt werden sollen: auf YouTube, bei Videopartnern im Displaynetzwerk und je nach Kampagnenziel auch auf Google TV. Wähle anschließend Standort, Sprache und Inventartyp und passe bei Bedarf die Geräteausrichtung und Häufigkeitsbegrenzung an.
Schritt 4: Anzeigengruppen und Targeting festlegen
Erstelle für unterschiedliche Zielgruppen separate Anzeigengruppen, beispielsweise für Remarketing, benutzerdefinierte Segmente oder kaufbereite Zielgruppen. So kannst du ihre Ergebnisse später getrennt auswerten und miteinander vergleichen.
Schritt 5: Anzeige erstellen
Suche dein Video über den Namen oder füge die YouTube-URL ein. Wähle das Anzeigenformat und ergänze finale URL, Call-to-Action und Anzeigentitel. Pro Kampagne kannst du bis zu 50 Anzeigen erstellen.
Schritt 6: Kampagne veröffentlichen
Klicke auf Kampagne erstellen. Anschließend prüft Google deine Anzeige auf die Einhaltung der Werberichtlinien. Laut Google ist die Prüfung in der Regel innerhalb eines Werktags abgeschlossen. Danach kann die Auslieferung beginnen.
📍TIPP: Bewerte eine neue Kampagne nicht zu früh. Besonders Gebotsstrategien, die auf Conversions optimieren, benötigen zunächst genügend Daten. Plane deshalb ausreichend Zeit ein, bevor du größere Änderungen an deiner Kampagne vornimmst.
Die schnelle Alternative: Videos direkt in YouTube Studio bewerben
Wenn du ein bestehendes Video oder Short bewerben möchtest, musst du dafür nicht unbedingt eine vollständige Kampagne in Google Ads einrichten. Mit Promote kannst du deine Inhalte direkt über YouTube Studio bewerben:
- Öffne YouTube Studio und gehe zu Inhalte.
- Wähle den Tab Werbung.
- Klicke auf Neue Werbeaktion.
- Verknüpfe oder wähle dein Google-Ads-Konto.
- Lege dein Ziel fest: mehr Abonnenten, mehr Aufrufe oder mehr Website-Besuche.
- Wähle das Video und definiere deine Zielgruppe nach Sprache, Land, Alter und Geschlecht. Am Computer kannst du zusätzlich Interessen auswählen.
- Lege Budget und Laufzeit fest und klicke auf Promoten. YouTube empfiehlt eine Laufzeit von zehn Tagen.
Das Video muss öffentlich oder nicht gelistet, mindestens zehn Sekunden lang und für Videoanzeigen geeignet sein. Den Button Promoten findest du auch direkt auf der jeweiligen Videoseite.
Promote oder Google Ads?
Promote bietet dir eine einfachere Möglichkeit, bestehende YouTube-Videos und Shorts zu bewerben. Wenn du mehr Kontrolle über deine Kampagne brauchst und beispielsweise mit eigenen Daten, Keywords, Placements oder Conversion-Zielen arbeiten möchtest, bietet dir Google Ads deutlich mehr Möglichkeiten.
So gestaltest du YouTube Ads, die nicht sofort übersprungen werden
Bei überspringbaren In-Stream-Anzeigen hast du nur wenige Sekunden Zeit, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Wie kurz Videos auf YouTube inzwischen konsumiert werden, zeigt auch unsere YouTube-Studie: Die durchschnittliche Wiedergabedauer bei langen Videos ist innerhalb eines Jahres um 37 % auf rund 2,5 Minuten gesunken, bei Shorts liegt sie bei etwa 16 Sekunden.
Für die Gestaltung von Videoanzeigen empfiehlt Google das ABCD-Prinzip:
| Prinzip | Bedeutung | So setzt du es um |
|---|---|---|
| A – Attention(Aufmerksamkeit) | direkt Aufmerksamkeit gewinnen | Starte beispielsweise mit Bewegung, einem Gesicht oder dem Ergebnis und arbeite mit engen Bildausschnitten und einem zügigen Tempo. |
| B – Branding(Marke) | Marke früh zeigen | Zeige Logo oder Produkt bereits in den ersten fünf Sekunden und nenne deine Marke auch im Ton. |
| C – Connection(Verbindung) | Interesse und Emotionen wecken | Konzentriere dich auf eine Kernbotschaft und arbeite beispielsweise mit echten Menschen, Humor oder Überraschung. |
| D – Direction(Handlung) | nächsten Schritt deutlich machen | Verwende einen klaren Call-to-Action und unterstütze ihn durch Text und Stimme. |
Google und Kantar haben außerdem untersucht, wie sich die Anwendung dieser Prinzipien auf die Werbewirkung auswirkt. Anzeigen, die dem ABCD-Prinzip folgen, gingen in der Untersuchung mit einer um 30 % höheren Wahrscheinlichkeit für kurzfristige Verkäufe einher.
Für deine YouTube Ads kannst du daraus einige praktische Regeln ableiten:
- Nutze die ersten fünf Sekunden. Bei überspringbaren In-Stream-Anzeigen kann der Nutzer danach weiterklicken. Zeige deshalb früh, worum es geht, und mache deine Marke erkennbar.
- Gestalte deine Anzeige so, dass sie auch ohne Ton verständlich bleibt. Untertitel und Texteinblendungen helfen dabei, die Botschaft auch dann zu vermitteln, wenn der Ton ausgeschaltet ist.
- Passe das Seitenverhältnis an die Platzierung an. Nutze beispielsweise 16:9 für In-Stream-Anzeigen und 9:16 für Shorts, damit dein Video die verfügbare Fläche sinnvoll nutzt.
- Teste verschiedene Varianten. Vergleiche unterschiedliche Einstiege, Videolängen oder Call-to-Actions, um herauszufinden, welche Variante bei deiner Zielgruppe besser funktioniert.
YouTube Ads messen: Die wichtigsten Kennzahlen
Welche Kennzahlen für dich besonders wichtig sind, hängt vom Ziel deiner Kampagne ab. Für die Auswertung von YouTube Ads solltest du vor allem diese Werte kennen:
| Kennzahl | Was sie zeigt | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Impressionen | wie oft deine Anzeige ausgespielt wurde | wichtige Grundlage für die Einordnung weiterer Kennzahlen |
| Aufrufe | bezahlte Aufrufe nach der jeweiligen Formatdefinition | nicht mit den öffentlichen Aufrufen eines YouTube-Videos verwechseln |
| Aufrufrate | Verhältnis von Aufrufen zu Impressionen | zeigt, welcher Anteil der Impressionen zu einem Aufruf geführt hat |
| Durchschnittlicher CPV | durchschnittliche Kosten pro Aufruf | im Zeitverlauf und zwischen Anzeigengruppen vergleichen |
| CPM | Kosten pro 1.000 Impressionen | besonders relevant bei Reichweitenkampagnen |
| Videowiedergabe 25/50/75/100 % | wie weit das Video angesehen wurde | zeigt, an welchen Stellen Zuschauer abspringen |
| Klicks und CTR | Klicks auf deine URL bzw. den Call-to-Action | besonders relevant bei Traffic- und Conversion-Zielen |
| Conversions und Kosten pro Conversion | beispielsweise Käufe, Leads oder Anmeldungen | setzt eingerichtetes Conversion-Tracking voraus |
| Engaged-View-Conversions | Conversions nach mindestens 10 Sekunden Wiedergabe ohne vorherigen Klick | erfasst Conversions, denen eine Interaktion mit der Videoanzeige vorausging |
So kannst du die Ergebnisse einordnen
Eine einzelne Kennzahl sagt selten genug über die Performance deiner YouTube Ads aus. Betrachte deshalb mehrere Werte gemeinsam und prüfe mögliche Ursachen, bevor du Änderungen an deiner Kampagne vornimmst.
| Beobachtung | Was du prüfen kannst | Möglicher nächster Schritt |
|---|---|---|
| Viele Impressionen, niedrige Aufrufrate | Einstieg des Videos, Zielgruppenausrichtung | verschiedene Einstiege und Zielgruppen getrennt testen |
| Hohe Aufrufrate, wenige Klicks | Call-to-Action, Angebot und Übergang zur Website | Call-to-Action testen und Landingpage prüfen |
| Viele Klicks, wenige Conversions | Landingpage, Angebot und Conversion-Tracking | Übereinstimmung zwischen Anzeige und Landingpage sowie Tracking prüfen |
| CPV steigt im Laufe der Kampagne | Häufigkeit, Zielgruppengröße und Creative-Performance | neue Creatives testen und Ausrichtung überprüfen |
📍TIPP: Beschränke deine Auswertung nicht ausschließlich auf Google Ads. Beobachte bei Kampagnen mit Marken- oder Reichweitenzielen beispielsweise auch die Entwicklung deiner Markensuchen, direkten Website-Besuche, Abonnenten und organischen Videoaufrufe. Veränderungen bei diesen Werten beweisen zwar nicht, dass deine YouTube Ads die Ursache waren, können dir zusammen mit den Kampagnendaten aber zusätzlichen Kontext liefern.
YouTube Ads und organische Videos gemeinsam auswerten
Wenn du neben deinen YouTube Ads auch organische Videos veröffentlichst, kannst du in Metricool beide Bereiche an einem Ort auswerten. Nach der Verbindung mit deinem Google-Ads-Konto siehst du Kennzahlen wie Ausgaben, Impressionen, Klicks, CPM, CPC und CTR und kannst deine Kampagnen miteinander vergleichen oder ihre Entwicklung über verschiedene Zeiträume verfolgen.
Auch die organischen Daten deines YouTube-Kanals findest du dort, darunter Aufrufe, Wiedergabezeit, Abonnenten und Interaktionen. So kannst du die Ergebnisse deiner Anzeigen gemeinsam mit der Entwicklung deines Kanals betrachten. Schaltest du zusätzlich Werbung auf Meta oder TikTok, lassen sich auch diese Kampagnendaten einbeziehen.
Die Ergebnisse kannst du anschließend in Berichten zusammenfassen und beispielsweise mit Kunden oder deinem Team teilen.
Fazit
YouTube Ads bieten dir viele Formate, Targeting-Möglichkeiten und Gebotsstrategien – aber du musst nicht alles davon für deine erste Kampagne nutzen. Entscheide zuerst, was du erreichen möchtest: mehr Reichweite, Videoaufrufe, Website-Besuche oder Conversions. Daraus ergeben sich der passende Kampagnentyp, das Anzeigenformat und die Kennzahlen, die du anschließend auswertest.
Starte mit einem klar definierten Budget und teste gezielt einzelne Zielgruppen und Anzeigenvarianten. So sammelst du mit deiner ersten Kampagne eigene Daten und kannst deine nächsten YouTube Ads Schritt für Schritt daran ausrichten.
HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN
Wie schalte ich Werbung auf YouTube?
YouTube Ads schaltest du über Google Ads. Dort wählst du Kampagnenziel, Budget, Gebotsstrategie und Zielgruppe und bindest dein auf YouTube hochgeladenes Video als Anzeige ein. Alternativ kannst du Videos über Promote direkt in YouTube Studio bewerben.
Was kosten YouTube Ads?
Du legst dein Tages- oder Gesamtbudget selbst fest. Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von Zielgruppe, Wettbewerb, Anzeigenformat und Gebotsstrategie ab.
Was bedeutet CPV bei YouTube Ads?
CPV steht für Cost-per-View, also die Kosten pro Aufruf. Bei YouTube Ads zahlst du bei diesem Abrechnungsmodell, wenn jemand deine Videoanzeige mindestens 30 Sekunden lang ansieht – oder bis zum Ende, wenn sie kürzer ist – beziehungsweise mit der Anzeige interagiert.
Wie lang darf eine YouTube-Anzeige sein?
Das hängt vom Format ab. Bumper-Anzeigen dauern maximal sechs Sekunden, nicht überspringbare In-Stream-Anzeigen in der Regel bis zu 15 Sekunden. Für überspringbare In-Stream-Anzeigen gibt es keine feste Maximallänge; Google empfiehlt weniger als drei Minuten.
Wann kann man YouTube Ads überspringen?
Überspringbare In-Stream-Anzeigen kannst du nach fünf Sekunden überspringen. Bumper und nicht überspringbare In-Stream-Anzeigen lassen sich nicht überspringen, Shorts-Anzeigen kannst du jederzeit wegwischen.
Was ist der Unterschied zwischen Videokampagnen und Demand Gen?
Videokampagnen eignen sich für Ziele wie Reichweite und Videoaufrufe auf YouTube. Demand Gen ist auf Ziele wie Verkäufe, Leads und Website-Traffic ausgerichtet und kann Anzeigen neben YouTube auch auf weiteren Google-Plattformen ausspielen.